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Person prüft die Liste der vorinstallierten Apps in den Handy-Einstellungen

Wie man vorinstallierte Apps entfernt oder deaktiviert, die sich nicht deinstallieren lassen

Aktualisiert 2026 · 6 Min. Lesezeit

Viele Handys kommen mit Apps des Herstellers oder Mobilfunkanbieters, die man nicht wie andere deinstallieren kann: Ruft man ihre Informationen auf, erscheinen nur die Optionen „Deaktivieren“ oder „Stopp erzwingen“. Wir erklären, warum das so ist, wie Sie sie richtig deaktivieren, was der Unterschied zum Ausblenden oder Löschen ihrer Daten ist, und warum man sie nicht leichtfertig ganz entfernen sollte.

In diesem Artikel:

  1. Warum das Handy Apps mitbringt, die Sie nicht deinstallieren können
  2. Wie Sie eine vorinstallierte App Schritt für Schritt deaktivieren
  3. Deaktivieren, Stopp erzwingen und Daten löschen: die Unterschiede
  4. Apps ausblenden, ohne sie zu deaktivieren
  5. Komplett entfernen mit ADB: warum es nicht so einfach ist
  6. Die einfachste Alternative, wenn es nur um Speicherplatz oder Akku geht

1. Warum das Handy Apps mitbringt, die Sie nicht deinstallieren können

Wenn Sie ein neues Handy kaufen, bringen sowohl der Hersteller (Samsung, Xiaomi, Motorola...) als auch der Mobilfunkanbieter üblicherweise ihre eigenen „werkseitigen“ Apps mit: Content-Stores, Assistenten, technischer Support oder Apps zur Verwaltung des Tarifs. Diese Gruppe wird gewöhnlich Bloatware genannt.

Das Problem ist, dass diese Apps nicht wie eine aus Google Play heruntergeladene App installiert werden: Sie sind Teil der System-Firmware, jenem Teil des Speichers, den Android schützt, damit er nicht frei verändert werden kann. Deshalb finden Sie beim Aufrufen ihrer Informationen in den Einstellungen oft nicht den üblichen „Deinstallieren“-Button, sondern nur „Deaktivieren“ oder „Stopp erzwingen“.

2. Wie Sie eine vorinstallierte App Schritt für Schritt deaktivieren

Deaktivieren ist die für diese Fälle vorgesehene Option und funktioniert auf den meisten Android-Handys:

Beim Deaktivieren einer App verschwindet ihr Symbol aus der App-Übersicht und vom Startbildschirm, sie läuft nicht mehr im Hintergrund und zeigt keine Benachrichtigungen mehr an oder verbraucht Akku oder Daten. Sie wird allerdings nicht vollständig gelöscht: Die App-Datei belegt weiterhin ihren Speicherplatz, und Sie können sie über dasselbe Menü jederzeit wieder aktivieren.

Schneller Tipp: Wenn Sie den Button „Deaktivieren“ nicht sofort sehen, versuchen Sie zuerst „Stopp erzwingen“ zu tippen und rufen Sie die App-Informationen erneut auf; auf manchen Handys erscheint die Option erst verfügbar, nachdem die laufende App gestoppt wurde.

Nicht alle Systemapps lassen sich deaktivieren. Android blockiert diese Option bei Apps, die es für den normalen Betrieb des Telefons als kritisch einstuft, wie Teile des Betriebssystems selbst, die Google-Play-Diensten oder die Einstellungen-App. Wenn Sie versuchen, eine davon zu deaktivieren, sehen Sie, dass der Button ausgegraut oder gar nicht verfügbar ist: Das ist eine Sicherheitsmaßnahme, kein Fehler.

3. Deaktivieren, Stopp erzwingen und Daten löschen: die Unterschiede

In den Informationen jeder vorinstallierten App gibt es meist mehrere Optionen, die ähnlich wirken, aber unterschiedliche Dinge tun:

Kurz gesagt: Wenn Sie eine vorinstallierte App nicht mehr sehen und nicht mehr darunter leiden möchten, ist „Deaktivieren“ die richtige Option. „Stopp erzwingen“ ist eher ein punktueller Notbehelf für eine langsame oder blockierte App, und „Daten/Cache löschen“ dient dazu, Speicherplatz freizugeben oder Fehler zu beheben, nicht die App aus dem Weg zu räumen.

4. Apps ausblenden, ohne sie zu deaktivieren

Manche Android-Oberflächen, wie One UI von Samsung oder MIUI/HyperOS von Xiaomi, enthalten zusätzlich eine Funktion zum „Apps ausblenden“, die sich vom Deaktivieren unterscheidet. Man findet sie meist, indem man den Startbildschirm gedrückt hält und zu etwas wie „Einstellungen des Startbildschirms“ → „Apps ausblenden“ geht.

Der Unterschied ist wichtig: Das Ausblenden einer App entfernt nur ihr Symbol aus der Ansicht (App-Übersicht oder Startbildschirm), aber die App bleibt installiert, aktiv und funktioniert im Hintergrund genau wie zuvor, mit ihren Benachrichtigungen und ihrem gewohnten Verbrauch. Es ist vor allem für Ordnung oder Privatsphäre nützlich, nicht um Akku, Daten oder Speicherplatz zu sparen, was das Deaktivieren tatsächlich erreicht.

5. Komplett entfernen mit ADB: warum es nicht so einfach ist

Es gibt eine Möglichkeit, eine Systemapp wirklich zu deinstallieren und nicht nur zu deaktivieren, aber man sollte die Bedingungen dafür kennen, bevor man es versucht. Es erfordert die Aktivierung der Entwickleroptionen und des USB-Debuggings auf dem Handy, das Verbinden mit einem Computer über ein Kabel und die Verwendung eines Tools namens ADB (Android Debug Bridge), um das entsprechende Paket über Textbefehle zu deinstallieren.

Wir werden die konkreten Befehle hier aus einem Grund nicht im Detail beschreiben: Es ist ein technischer Vorgang mit echtem Risiko, wenn er nicht sorgfältig durchgeführt wird. Das Entfernen des falschen Pakets, oder eines, von dem ein anderer Teil des Systems abhängt, kann das Handy instabil machen, zu seltsamen Fehlern führen oder es sogar daran hindern, normal zu starten. Zudem gilt diese Änderung auf vielen Handys nur für den aktuellen Benutzer und kann nach einem Systemupdate oder einer Werkseinstellung zurückkehren.

Wenn Sie nicht genau wissen, was ADB ist, wie Sie den richtigen Paketnamen identifizieren und was auf Ihrem konkreten Handy von was abhängt, ist es das Sinnvollste, diesen Weg nicht zu nutzen. Es ist keine für den durchschnittlichen Nutzer gedachte Methode, sondern für technisch versierte Personen, die das Risiko bewusst eingehen.

6. Die einfachste Alternative, wenn es nur um Speicherplatz oder Akku geht

Bevor Sie an technischere Lösungen denken, lohnt es sich zu fragen, was an dieser vorinstallierten App wirklich stört. Wenn das Problem ist, dass sie Platz in der App-Übersicht belegt, in Benachrichtigungen erscheint oder im Hintergrund Akku oder Daten verbraucht, löst das Deaktivieren das in der Regel vollständig, ohne dass Sie sonst noch etwas tun müssen.

Der Speicherplatz, den die App-Datei selbst belegt, liegt meist bei wenigen Megabyte, eine auf den meisten aktuellen Handys wenig relevante Menge. Wenn das Ziel ist, allgemein mehr Speicherplatz freizugeben, lohnt es sich mehr, den angesammelten Cache und die Fotos oder Downloads zu überprüfen, die Sie wirklich selbst kontrollieren, wie in unserem Ratgeber zum Freigeben von Speicherplatz auf dem Handy, ohne Ihre Fotos zu löschen erklärt.

✔ Für die meisten Nutzer reicht es, die vorinstallierte App über die Einstellungen zu deaktivieren, um sie nicht mehr zu sehen, Akku zu sparen und Ressourcen freizugeben, ohne mit technischeren Methoden wie ADB das Risiko einzugehen, das Handy instabil zu machen.
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Häufig gestellte Fragen

Warum kann ich manche vorinstallierten Apps auf meinem Handy nicht deinstallieren?

Weil es sich um Apps des Herstellers oder Mobilfunkanbieters handelt, die in die Firmware des Systems integriert sind. Android schützt diesen Teil des Speichers, weshalb in den meisten Fällen nur die Optionen „Deaktivieren“ oder „Stopp erzwingen“ statt „Deinstallieren“ angeboten werden.

Löscht das Deaktivieren einer App sie komplett vom Handy?

Nein. Deaktivieren blendet das Symbol aus, stoppt die App und verhindert, dass sie weiter Akku oder Daten verbraucht, aber die App-Datei bleibt auf dem Handy gespeichert. Es ist jederzeit über Einstellungen → Apps vollständig rückgängig zu machen.

Ist es sicher, Systemapps mit ADB vom Computer aus zu entfernen?

Das ist ein technischer Vorgang für erfahrene Nutzer. Wenn das falsche Paket entfernt wird, oder etwas, von dem das System abhängt, kann das Handy instabil werden. Wenn Sie ADB nicht gut kennen, ist es sicherer, sich auf das Deaktivieren der App zu beschränken.

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